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DLD 2008

Januar 23, 2008

Ich hatte das Glück als Zaungast an der DLD Conference 2008* teilnehmen zu können.

DLD Logo

Durch die aus allen Nähten platzende Location schritten drei Konferenztage lang (fast) alles, was weltweit im Web 2.0 wichtig ist:
Jimmy Wales (Wikipedia), Marissa Mayer (Google), Matt Cohler (Facebook), Niklas Zennström (Skype, Joost), um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Doch auch aus Kultur und Wissenschaft gaben sich einige interessante Köpfe ein Stelldichein. Craig Venter, David de Rothschild**, Paulo Coelho und Konstantin Grcic diskutierten im Rahmen der Podiumsdiskussionen fleißig um die Wette und tauschten in den Kaffeepausen noch fleißiger Visitenkarten. Wie erwartet, war die Dichte an Businesskaspern erschreckend hoch. Die Veranstaltung gilt als inzwischen übermäßig gehypt. Das zieht neben den echten Denkern, Entwicklern, Kreativen und Finanziers eben auch das übliche Begleitvolk nach sich. Gut finde ich die kritische Auseinandersetzung der Blogger-Szene mit der Konferenz. Nach der Lektüre mehrerer High-Authority-Blogs (danke Technorati) wich mein erster Eindruck jedoch schnell der Erkenntnis, das sich konferenzverwöhnte Szene-Blogger anscheinend nur mit Dingen wie Catering, Steckdosen, Mundgeruch und einer übervollen Location beschäftigen. Mal ganz ehrlich: Über die (teils) hoch interessanten und guten Panels und eine kritische Diskussion über die weniger guten, habe ich in der Blogosphäre bisher wenig lesen können. Zwei Positivbeispiele auf Heise und Medienlese.

Alles in allem war die DLD 2008 ein hoch interessantes Event. Ein Blick in die Video-Highlights lohnt sich auf jeden Fall.

PS: Was ich da noch hinzuzufügen hätte, wäre ein Hinweis für’s nächste Jahr: Foto-Gimmicks wie Naomi Campbell müssen nun wirklich nicht mehr eingeladen werden. Ihr Nicht-Erscheinen beim Africa Revisited-Panel, welches hoch interessant war und durch Naomis Auftauchen wohl möglich inhaltlich abgewertet worden wäre, lag nicht, wie die Bunte berichtete, an akuter Schüchternheit des Supermodels, sondern an massiver Divenhaftigkeit (10 Minuten nach vereinbartem Eintreffen föhnte sie sich in ihrer Suite im benachbarten Bayerischen Hof noch die Haare).

* Die DLD Conference (Digital Life Design, vormals “Digital-Lifestyle-Day”) ist ein Get-Together vieler Choriphäen aus digitalen Medien, Wissenschaft und Kultur. Ins Leben gerufen wurde die DLD Conference vom Burda Medienkonzern. In diesem Jahr ging die Veranstaltung in die vierte Runde und entwickelt sich inzwischen zügig zum Klassentreffen der Web 2.0-Community. Egal ob Google, Yahoo!, Facebook, StudiVZ, Xing, YouTube oder Wikipedia, alles was an großen und kleinen Blutkörperchen durch die Venen des Internets pocht, versammelt sich im Januar im Münchner HVB-Forum, um Ideen auszutauschen, interessanten Vorträgen zu lauschen und im Anschluss nach Davos zu düsen. By the way: Terminlich lebt die DLD in völliger und gewollter Abhängigkeit vom Weltwirtschaftsforum. Das ist auch so in Ordnung. Denn so kommen viele interessante Köpfe auch zur DLD, die eigentlich nur in die Schweiz zum Skifahren Weltverändern fahren würden.

** Wieso, um Himmels Willen, ist David Rothschild nicht nur scheisse eloquent, sieht scheisse gut aus, kann scheisse gut reden und ist dabei auch noch so VERDAMMT nett? Er plaudert mit jedem, egal ob das jetzt Jimmy Wales, die Journalistin eines Radioprogramms oder ein Münchner Kommunikationswissenschaftsstudent ist, als ob sie sich schon ewig kennen würden und ist auch noch grundhöflich dabei. Das irritiert mich irgendwie…Kann der Kerl nicht einfach arrogant sein? Dann müsste man (zumal als Geschlechtsgenosse ) nicht ganz so neidisch sein! :-)

Wahlwerbung der “BüSo” - Best of Kalkofe

Dezember 18, 2007

Diese Bekloppten von der BüSo stehen ganz gern mal bei uns vor der Uni (LMU München) und verteilen Flyer. Hatte schon die eine oder andere belustigende Diskussion mit denen.

BTW: Das ist einer der besten Kalkofe-Spots überhaupt.

In Dresden wehrt man sich auf seine Art

November 13, 2007

Eine schöne kleine Geschichte über den Versuch eines Dresdner Hoteliers, sich gegen die Beherbergung von NPD-Spitzenfunktionären zu wehren.

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermaßen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüßen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde.

Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter. In der Hoffung, dass Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt, verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer”

Unter normalen Bedingungen könnte man darüber diskutieren, ob das Verhalten des Hotel-Managers richtig ist. Jedoch spielt diese Episode in Dresden. Eine Stadt, die mehr denn je einen Image-Schaden durch braune politische Kräfte fürchtet. Schließlich haben immer weniger innerdeutsche Touristen Interesse, ihre wertvolle Urlaubszeit in sächsisch-brauner Sauce zu verbringen. Die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos für die Forschungsgruppe Urlaub und Reisen hat das ergeben.

Insofern ist der - unzweifelhaft öffenlichkeitswirksame - Brief des Dresdner Hoteliers ein markantes Zeichen des Protestes.

Gipfelstuermer - Die blutigen Tage von Genua - Eine Dokumentation im WDR

Juni 4, 2007

Benebelter Schwarz-Weiß-Moralismus

Juni 4, 2007

In Rostock “brennt” der Asphalt. Autonome Krawallmacher nutzen den weltweiten Protest gegen den G8-Gipfel als Plattform für ihren unpolitisch stumpfen Hooliganismus.

Das allein verwundert nicht - es ist schließlich nichts Neues.

Doch die politische Naivität der globalisierungskritischen Protestveranstalter spielt den Krawallmachern beim G8-Protest gekonnt in die Hände.

Medien und internationale Stars tun ihr übriges: Es ist bei dem medial fast mainstream-haften Protestgebahren recht einfach sich mit einer oppositionellen Haltung unter die Fahnen der “Guten” zu stellen. Ein bi-polarer Schwarz-Weiss-Moralismus schädigt das Ansehen und die Legitimität des friedlichen politischen Protestes. Ein Schaden, der zwei Tage vor Gipfelbeginn wohl nicht mehr zu reparieren ist.

Nur sollten sich friedliche linke Aktionsbündnisse die Frage stellen, ob sie diese Entwicklung durch eine rechtzeitige Distanzierung von autonomen Krawallos hätten verhindern können. Dadurch, dass sie es erst im Nachhinein getan haben, müssen sie sich dem Vorwurf gefallen lassen, dem gewaltbereiten extremen Rand heimlich Tür und Tor geöffnet zu haben. Eine unschöne Entwicklung.

Biedermänner und Brandstifter - Spiegel Online

Was ist eigentlich G8? - Readers Edition (Tendenzös)

Stasi 2.0 ???

Mai 31, 2007


Unternehmenskultur für unser Land

Januar 28, 2007

Mecklenburg-Vorpommern als Atomtestgelände an die USA verkauft, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt an Polen abgetreten, die Arbeitslosenzahl massiv gesenkt und die Staatsverschuldung radikal reduziert: Heinrich von Pierer, der ehemalige Siemens-Chef, hat in den vier Jahren seiner Kanzlerschaft viel erreicht.

Der STERN sprach mit dem Bundeskanzler über seine Erfolge und künftigen Pläne.

STERN: Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, Kritiker werfen Ihnen vor, sie seien bei der Sanierung Deutschlands übertrieben brutal vorgegangen.

v. Pierer: Das sehe ich nicht so. Als mich das überparteiliche Bündnis fragte, ob ich Kanzler werden möchte, um Deutschland vor dem Konkurs zu retten, habe ich gleich erklärt, dass ich das Land so sanieren werde wie ich Siemens saniert habe: streng marktwirtschaftlich. Siemens und Deutschland gleichen sich in gewisser Weise: zwei Gemischtwarenläden mit sehr unterschiedlichen Komponenten, die einen leistungsfähig, die anderen weniger. Ich habe nur das gemacht, was ich auch bei Siemens gemacht habe: unproduktive Unternehmensteile abgestoßen.

STERN: Sie sprechen von den neuen Bundesländern?!

v. Pierer: Nicht von allen. Thüringen und Sachsen haben sich ja als sanierungsfähig erwiesen, die haben wir behalten. Für Mecklenburg-Vorpommern konnten wir nichts mehr tun, Totalverlust. Da kam uns das Angebot der Bush-Administration ganz recht, gegen die Übernahme der Landesschulden und für den symbolischen Kaufpreis von 1 Euro das Land als Atomtestgelände zu kaufen.

STERN: Polen hat Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sogar kostenlos bekommen.

v. Pierer: Richtig. Sie dürfen aber nicht vergessen, dass sich Polen im Gegenzug verpflichtete, drei Millionen der Ärmsten deutschen Rentner dort anzusiedeln. Von 300 Euro Rente kann in Deutschland keiner leben, aber in Polen wegen der wesentlich geringeren Lebenshaltungskosten. Mit diesem Befreiungsschlag haben wir die Sozialhilfekosten massiv reduziert und den deutschen Kommunen wieder auf die Beine geholfen.

STERN: Den Bundeshaushalt haben Sie durch einen Verkauf der deutschen Schulden an US-Pensionsfonds saniert. Es gab durchaus Kritik daran, dass Sie als Sicherheit die Alpen, den Schwarzwald, den Kölner Dom, die Rüdesheimer Drosselgasse sowie Rothenburg o. d. Tauber und das Münchner Oktoberfest verpfändet haben.

v. Pierer: Verpfändet ist nicht verkauft. Die einheimische Bevölkerung kann diese Liegenschaften weiterhin ungehindert nutzen.

STERN: Bei den Arbeitslosen sind sie einen neuen Weg gegangen…

v. Pierer: …den am Anfang auch wieder keiner begriffen hat. Erst hieß es, es sei widersinnig, die Arbeitslosenzahl durch Entlassungen senken zu wollen. Aber das macht jeder Manager, der zu viele Leute hat, die zu viel Geld kosten. Er entlässt sie einfach! Wir haben zwei Millionen Arbeitslose aus der deutschen Staatsbürgerschaft entlassen und aus Deutschland ausgewiesen.

STERN: Wohin?

v. Pierer: Unterschiedlich. Nicht wenige sind mit einer ” Blond Card” als Straßenkehrer in Indien untergekommen. Andere haben sich als Soldaten in diversen afrikanischen Bürgerkriegsländern verpflichtet.

STERN: Auch bei der Landesverteidigung konnten Sie massiv sparen.

v. Pierer: Das stimmt. Sie als Privatmann halten sich ja auch keinen persönlichen Polizisten. Warum sollten wir das als Staat tun?! Dem Trend zum Outsourcing können sich auch die öffentlichen Einrichtungen nicht entziehen. Also habe ich die Bundeswehr abgeschafft, die viel zu teuer ist. Im Bedarfsfall kaufen wir uns Sicherheitsleistungen zum Beispiel von US-Söldnerfirmen ein, die zudem auch noch das ganze Kriegsgerät vorrätig halten. So entfallen für uns Lager- und Wartungskosten. Just-in-time-Sicherheit sozusagen.

STERN: Sogar die Politiker haben Sie zu Gunsten der Staatskasse eingespannt.

v. Pierer: Es war schließlich einzusehen, dass solche hochkarätigen Entertainer kostenlos bei Vereinsfesten und Einweihungen auftreten. Seitdem wir Gebühren für die Anwesenheit von Politikern erheben, kommt Geld in die Staatskasse und die Terminflut für die Politiker nimmt ab, so dass sie endlich wieder in ihren Büros arbeiten können, statt bei irgendwelchen Karnickelzüchtern Grußworte zu sprechen. Die Deutschen müssen sich dran gewöhnen, dass es nichts kostenlos gibt, auch nicht Grußworte von Politikern. Roberto Blanco singt bei der Einweihung eines Baumarktes ja auch nicht kostenlos.

STERN: Aber ein Staatssekretär singt doch auch nicht.

v. Pierer: Gegen Aufpreis schon!

STERN: Was sind Ihre nächsten Pläne, Herr Bundeskanzler?

v. Pierer: Wir haben noch zirka 2,5 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Ich beabsichtige, durch weitere Entlassungen endlich Vollbeschäftigung herzustellen. Au erdem müssen wir uns noch stärker auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren. Ich habe an den Universitäten unsinnige Studienfächer wie Sozialpädagogik streichen und deutsche Kernfächer wie Ingenieurwissenschaften stark ausbauen lassen.

STERN: Wird Deutschland durch Zukäufe wachsen?

v. Pierer: Das halte ich nicht für ausgeschlossen. Wie Sie sicher wissen, befinden wir uns seit einigen Wochen in Verhandlungen mit Frankreich, weil wir das Elsass kaufen wollen. Obwohl wir den Franzosen einen fairen Preis gemacht haben, sträuben sie sich noch. Aber ich glaube nicht, dass sie diesen Kurs noch lange durchhalten können. Schließlich hat es Frankreich im Gegensatz zu Deutschland versäumt, 5 vor 12 mit einem streng marktwirtschaftlichen Kurs das Ruder doch noch herumzureißen. Das hat dazu geführt, dass Paris von marodierenden Afrikanern aus den ehemaligen Kolonien zur Hälfte niedergebrannt wurde und in Marseille jetzt ein islamischer Kalif regiert. Frankreich braucht Geld, es wird uns das Elsass verkaufen. Ich will nicht verhehlen, dass wir auch Interesse an der Champagne und dem Bordelais haben.

STERN: Duce Berlusconi, der Führer des weit gehend bankrotten Italiens, soll Deutschland Südtirol zum Kauf angeboten haben?

v. Pierer: Das stimmt. Südtirol wurde durchaus in unser Produkt-Portfolio passen. Dort gibt es noch eine ausgeprägte Landwirtschaft und Landwirtschaft gehört zu den deutschen Kernkompetenzen: Der deutsche Bauer erzeugt auf deutscher Scholle deutsche Lebensmittel. Allerdings müssten die Italiener zunächst die Altlasten entsorgen.

STERN: Altlasten?

v. Pierer: Na, die in Südtirol lebenden Italiener. Die können wir natürlich nicht gebrauchen. Die müsste der Duce zurücknehmen.

STERN: Es gibt Gerüchte, Großbritannien habe Deutschland eine Fusion angeboten.

v. Pierer: Dazu möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nur sagen, dass Großbritannien wie wir gut am Markt positioniert ist. Eine Fusion könnte durchaus die Fantasie der Anleger wecken. Diese müsste allerdings auf gleicher Augenhöhe erfolgen. Eine feindliche Übernahme wird es nicht geben.

STERN: Herr Bundeskanzler, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

v. Pierer: Gern geschehen. Und vergessen Sie nicht, am Ausgang die Gebühren für das Interview in die Staatskasse einzuzahlen. Ach ja, bevor ich`s vergesse: Dieses Interview was powered by Coca Cola …

Quelle: stern-online vom 03.10.2009