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In Dresden wehrt man sich auf seine Art

13. November 2007
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Eine schöne kleine Geschichte über den Versuch eines Dresdner Hoteliers, sich gegen die Beherbergung von NPD-Spitzenfunktionären zu wehren.

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über http://www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermaßen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüßen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde.

Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter. In der Hoffung, dass Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt, verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer“

Unter normalen Bedingungen könnte man darüber diskutieren, ob das Verhalten des Hotel-Managers richtig ist. Jedoch spielt diese Episode in Dresden. Eine Stadt, die mehr denn je einen Image-Schaden durch braune politische Kräfte fürchtet. Schließlich haben immer weniger innerdeutsche Touristen Interesse, ihre wertvolle Urlaubszeit in sächsisch-brauner Sauce zu verbringen. Die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos für die Forschungsgruppe Urlaub und Reisen hat das ergeben.

Insofern ist der – unzweifelhaft öffenlichkeitswirksame – Brief des Dresdner Hoteliers ein markantes Zeichen des Protestes.

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