Auf Eis

Liebe Leser,
aufgrund einer längeren Reise wird dieses Blog für die nächsten zwei Monate auf Eis gelegt. Sicherlich werde ich sporadisch etwas beitragen aber grundsätzlich ist hier erst einmal Schicht.
Unsere beiden Autoren Noah J. und Rizohh werden aber in den nächsten Wochen den ein oder anderen Beitrag hier posten und ich freue mich, mit Björn einen weiteren Kontributor gefunden zu haben. Sein Jungfern-Beitrag wird hier in den nächsten Tagen online gehen.
Ich möchte an dieser Stelle aber auch mal DANKE sagen. Naggen.de hat inzwischen eine recht treue Leserschaft gewonnen. So verzeichnen wir hier seit drei Monaten durchschnittlich 2.500 Leser pro Monat. Super! Das ist schließlich eine echte Motivation.
Ciao,K

It’s a long road

2009 Juli 4
by Kaspar

Auch wenn es Werbung ist: Dieses Video ist absolute Meisterklasse!

!!! Am besten in High Quality und Fullscreen anschauen !!!

Life’s a journey and I’m taking the next step…Für LPN in A.

Michael Jackson und die Final Tickets

2009 Juli 2

jacksnfinalticket

Wie geil ist das denn? Die Veranstaltungsfirma AEG Live, die die Londoner Tournee mit dem Megastar geplant und nach dem plötzliche Tod Jacksons bereits mit sehr, sehr, sehr schwerwiegenden finanziellen Problemen gerechnet hatte, wird nun wohl einen echten Reibach machen. Offiziell nimmt die Promotionfirma alle bereits verkauften Tickets wieder zurück und erstattet den gezahlten Betrag:

The promoter, AEG Live, said on Monday that they would begin refunds on July 1 of the 750,000 tickets that were sold for Jackson’s planned 50-date concert tour in London’s 02 stadium.

AEG Live (UK) Ltd, concert promoters, announced that full refunds will be available to fans who purchased tickets through authorised agents for any of the 50 Michael Jackson ‘This Is It’ concerts which were to take place at The O2 Arena in London .  
These refunds will include all ticket service charges.

Nur sieht es aber so aus, als würde fast niemand die Tickets zurückgeben, sondern sie als Andenken behalten (in welchem Fall die Rückerstattung des Betrages natürlich nicht fällig wird).

Der prognostizierte Verlust von 352 Millionen Euro und die sichere Pleite (AEG hatte nur 10 der 50 Konzerte versichern lassen) dürften nun abgewendet sein, wenn für AEG nicht sogar einen echter Gewinn dabei herauskommt, schließlich fallen ja nun keine Kosten mehr für Veranstaltungsaufbau, -miete und -technik an. Ganz zu schweigen von der Künstlergage, die, soweit ich informiert bin, bei Nichtantreten des Stars nur zu einem Bruchteil bezahlt werden muss (das Honorar für Proben in LA  belief sich lediglich auf 10 Mio. Dollar).

Einziger Haken für AEG: Die Versicherung bezahlt nicht, wenn bei der toxologischen Untersuchung Jackos herauskommt, dass der Star an einer Tablettensucht gestorben ist. Dafür steht die Ausfall-Police nicht ein.

Diskretion und Indiskretion

2009 Juli 1
by Kaspar

Ich saß eines Tages, ich war noch ein Junge, mit meinem Vater in der Lounge des Louis C. Jacob und genoss einen familiären Sonntagscafé nach einem ausgedehnten Elbspaziergang. Ich erinnere mich noch sehr gut an diesen Tag, weil mein Vater mir damals die erste Lektion geschäftlich-beruflicher Diskretionswahrung erteilte. Nachdem wir das Hotel verlassen hatten, bat mich mein Vater, an die drei Herren am Nebentisch zurückzudenken, die sich in gedämpfter aber vernehmlicher Lautstärke über ein Reedereiprojekt unterhielten.

Er erläuterte mir, dass er – unfreiwillig zuhörend – Informationen serviert bekommen hatte, die, wenn er im Reederei- oder Schifffahrtsgeschäft arbeiten würde (was nicht der Fall war und ist), sehr wertvoll wären. Er bat mich, mir daran ein Beispiel zu nehmen und wichtige geschäftliche Gespräche grundsätzlich nie an öffentlichen Orten zu führen. Und dazu zählt nun mal auch die Lobby eines Hotels.

Dass dazu auch das Sitzabteil eines ICE-Zuges gehört, bewies am vergangenen Montag Sachar Kriwoj, der ICE-reisend am Nebentisch zwei prominente Spielerberater und ein Anwalt dabei belauschen konnte, wie sie über den Michael Ballack-Transfer zum Hamburger SV diskutierten. Das Twitter gerade dabei ist die gewohnten Ebenen von Privatsphäre und Diskretion auszuhebeln ist sowieso schon frappierend. Dass Twitter darüber hinaus die Reisegeschwindigkeit von daraus gewonnenen Gerüchten verzehnfacht ist atemberaubend.

Hier der Twitter-Feed von @sachark:

Am Nebentisch im ICE sitzen zwei prominente Spielerberater und ein Anwalt. Sie diskutieren seit 15 Minuten einen Ballack-Transfer zum HSV.
9:10 PM Jun 29th from TweetDeck

Chelsea will ihn wohl abgeben, Ballack tendiert bei Wechsel aber eher zu Spanien (A. Madrid). HSV müsste Stammplatzgarantie bieten.
9:30 PM Jun 29th from TweetDeck

Gehalt hängt von den Personalien Petric, Boateng (Anfrage v. Barca), Metzelder und van der Vaart ab. Es geht also auch ohne Manager.
9:45 PM Jun 29th from TweetDeck

Das Telefon des Anwalts steht nicht mehr still. Die Presse liest bei twitter anscheinend mit. Anwalt hat noch nie was von twitter gehört.
9:52 PM Jun 29th from TweetDeck

Der Anwalt ist top. Hat gerade dafür gesorgt, dass zumindest ein Medium die Story morgen nicht bringt. Preis: Homestory.
10:01 PM Jun 29th from TweetDeck

Es gab dazu eine ganze Reihe von Meldungen, die die Story aufgegriffen haben. Selbstverständlich enthielten sie immer den Hinweis, dass es sich bei der Information um eine “Gerücht” handelt.

Kriwojs kleiner Coup hat zwei Dinge erneut bewiesen:

1) Twitter kann nie und nimmer eine verlässliche Nachrichtenquelle werden, solange es keine international anerkannten und verifizierten Quellen der Information gibt. Twitter ist und bleibt ein “Gerüchte-Medium”, auf dem alles seinen Platz findet nur nicht die endgültige Wahrheit. Aber darum geht es ja eigentlich auch nicht. Bloß wenn Journalisten beginnen, Twitter-Referenzen aufzubauen, wird das Thema hakelig.

2) Geschäftliche Gespräche sollten nie in einhörbaren Orten durchgeführt werden. Es ist dabei ganz egal, ob das Thema sensibel ist und ein Leaking geschäftsschädigend und ob blöderweise ein Twitter-Nutzer daneben sitzt.  :-) Es ist schlicht und ergreifend unprofessionell und indiskret.

Auch wenn das von @Sachark belauschte Gespräch keine Konsequenzen hat und es sich wohl um eine Ente handelt (der HSV könnte Ballack doch gerade mal für zwei Monate bezahlen), bleibt die gerüchtefördernde Kraft von Indiskretionen doch faszinierend.

Als mein Vater mir damals den Vortrag über Diskretion hielt, wies er mich ja darauf hin, dass die belauschte Information über das Reedereigeschäft nutzlos für ihn sei, da er selber nicht im Schifffahrtsgeschäft arbeiten würde. Nach einer Kunstpause schmunzelte er: “…aber einige meiner Freunde (die in der Schifffahrt sind – Anm.) dürfte das interessieren. “

Manche Dinge verändern sich nie! Aber mit Twitter geht’s halt noch schneller! :-)

Martin Sonneborn berichtet vom SPD-Parteitag

2009 Juni 27
by Kaspar

Das ist sehr komisch!

Die unglaubliche Geschichte von Arash Hedschasi und Paulo Coelho

2009 Juni 26

pauloarashneda

Am vergangenen Samstag starb Neda Agha-Soltan. Sie wurde von einem Angehörigen der berüchtigten und regierungsunterstellten Basij-Miliz während einer Demonstration in Teheran erschossen.  Das Video ihres Todes, der so schnell eintrat, dass man schlicht nicht von einem Todeskampf sprechen kann, ging um die Welt und das fürchterliche Geschehen im Iran erhielt eine neue Qualität der Gewalt. Neda wurde zur Märtyrerin erklärt und ihr Bild von da an als grimmiges Mahnmal der Unzufriedenen im Iran trotzig vorangetragen.

Das Video, welches ihren Tod zeigt, ist an Drastik kaum zu überbieten. Millionen von Menschen in der Welt haben es trotzdem angesehen.* Einer von ihnen war der berühmte brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho. Als er den wenige Minuten langen Film unter Tränen ansah, fiel ihm auf, dass er einen der Helfer, der sofort versuchte Neda wiederzubeleben, persönlich kannte. Coelho konnte es kaum glauben. Er erkannte seinen Freund Arash Hedschasi, der als Autor und Mediziner mit seiner Familie in England lebt.

neda

Schnell wurde Coelho bewusst, dass die Involvierung seines Freundes in dem Video, welches als Gegenpropaganda gegen das iranische Regime bereits Stunden nach der Filmaufnahme die stärkste Waffe war, eine deutlich drohende Gefahr darstellte. Coelho zögerte nicht und rief seinen Freund auf dem Mobiltelefon an. Als sich dort ein Fremder meldete, der sich als CNN-Korrespondent ausgab, wurde er stutzig. Coelho schrieb eine E-Mail, in der er Hedschasi bat, sich durch Erlebnisse in einer gemeinsam verbrachten Sylvesternacht im Jahr 2001 zu identifizieren:

Monday 22 17:46
Dear Arash
so far, no news from you. After I published the video in my blog, it seems that it spread worldwide, including posts in NY Times, Guardian, National Review, etc.
Therefore, my main concern now is about you. You NEED to answer this email, saying that you are all right
and
the name of the person where we spend the New Year’s Eve in 2001 together, just to be sure that it is you really who is answering this email. I don’t buy this CNN person answering your mobile.
If you don’t do that, I may leak your name to the press, in order to protect you – visibility is the only protection at this point. I know this because I am a former prisoner of conscience.
If you do that, unless instructed otherwise by you, I will stop the pressure for the moment. My main concern now is you and your family.
love
Paulo
P.S. – there are several trusted friends in blind copy here.

Nachdem Coelho eine positive und zufriedenstellende Antwort von Hedschasi erhalten hatte, in der der Iraner angab, von keinem CNN-Korrespondenten zu wissen, schrieb Hedschasi folgende beunruhigende Zeilen:

Sent: Tuesday, June 23, 2009 1:37 AM

Dearest Paulo,
Trying to leave the country tomorrow morning. If I don’t arrive in London at 2 pm., something has happened to me. Till then, wait.
My wife and my son are in (edited). Their phone (edited) Her email (edited)
Please wait till tomorrow. If something happens to me, please take care of (name of wife) and (name of son), they are there, alone, and have no one else in the world.
Much love, it was an honor having you as a friend.
Arash

Am vergangenen Mittwoch (24.6.) konnte Coelho dann Entwarnung geben. Hedschasi war sicher und wohlbehalten in London gelandet. Die ganze Geschichte und den Mailverkehr hat Coelho in seinem (sowieso lesenswerten) Weblog gepostet: Paulocoelhoblog

Der Mediziner hat dem britischen Nachrichtensender inzwischen ein Interview gegeben, was hier zu sehen ist:

*Wer sucht, der findet (Youtube/Google). Ich werde hier aber keinen Link dazu posten. Es ist einfach zu schrecklich anzusehen.

Der Exzentriker – Teil 2

2009 Juni 26
by Kaspar

exzentriker2

Like all the best families, we have our share of eccentricities, of impetuous and wayward youngsters and of family disagreements.

- Queen Elizabeth II

Jacko ist tot

2009 Juni 26

michaeljackson

Er war ein Held, als ich ein kleiner Junge war!

Ciao und danke, Jacko!

Werbe-Fail!

2009 Juni 25

burgerking_ad

Eine neue Stufe auf dem Weg zur Totalvulgarisierung der Werbung. Dass die Doppeldeutigkeit der Anzeige keineswegs zufällig ist wird klar, wenn man den Subtext rechts unten liest.

Ob das die Frauenverbände durchgehen lassen? :-)

Fundstücke (11)

2009 Juni 22
by Kaspar

Aus einem Soziologiebuch über soziale Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung:

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“Die ländliche Bevölkerung unterscheidet sich dadurch besonders von der städtischen, daß sie weniger zwischenmenschliche Sexualkontakte hat und eine viel größere Häufigkeit von Tierkontakten.”

Kinsey, Alfred C. (1967). Das sexuelle Verhalten des Mannes. S. Fischer Verlag. S.409.

Himmel, worauf man beim Lesen nicht alles stoßen kann. :-)

Kleiner Mann unterwegs in Sachen Frauen

2009 Juni 21
by Kaspar

Enclave films presents: Little man. A story about a boy and his homework, and his attempt to understand girls.

FANTASTISCHER KURZFILM!
Ich habe herzlich gelacht und schmunzelnd an früher gedacht!  Äußerst sehenswert!

Kalbrenner, Baby!

2009 Juni 21
tags:
by Kaspar

Wer den offiziellen Sommerhit jetzt immer noch nicht kennt:

Paul und Fritz Kalkbrenner – “Sky and Sand”

Hier noch ein weiterer extrem guter Track von dem Berliner Allroundtalent.

Paul Kalkbrenner - “Azure”


[Danke Phili!!]
[Foto von
Nina999]

“Home” von Yann Arthus-Bertrand

2009 Juni 19
by Kaspar

Home ist eine Ode auf unseren Planeten und sein zerbrechliches Gleichgewicht. Mit Bildern aus der Vogelperspektive nimmt uns Yann Arthus-Bertrand auf seine Reise rund um die Welt in über 50 Länder mit zu einem bisher unveröffentlichten Blick auf unsere Erde, damit wir sie von oben betrachten und verstehen können. Jede Einstellung ist atemberaubend und zeigt uns die Erde – unsere Erde, wie wir sie noch nie gesehen haben. Jedes Bild führt uns das vor Augen, was wir gerade zerstören, und alle die Wunderwerke, die wir noch erhalten können.

Ein Film, der sprachlos macht vor lauter Schönheit.

Wir leben in einer alles-entscheidenden Zeit. Wissenschaftler sagen uns, wir hätten nur 10 Jahre um unsere Lebensweise zu ändern, um das Aufzehren von Rohstoffen zu verhindern und um eine katastrophale Entwicklung des Weltklimas zu verhindern.

Jeder Einzelne muss an dieser gemeinsamen Anstrengung teilnehmen ; und um so viele Leute wie möglich darauf aufmerksam zu machen, habe ich den Film HOME gedreht.

Damit der Film die größt-mögliche Verbreitung erhält, muss er um sonst sein ; unser Sponsor, die PPR Gruppe hat dies ermöglicht. EuropaCorp, der den Vertrieb sicherstellt, hat sich bereiterklärt, keinen Gewinn aus HOME erwirtschaften zu wollen, weil der Film nicht auf wirtschaftlichen Erfolg angelegt ist.

Ich hätte gerne, dass HOME auch Ihr Film wird. Verteilen Sie ihn weiter. Und handeln Sie.

Yann Arthus-Bertrand.

Noch bis einschließlich dem 15. Juli in voller Länge auf Youtube.

Der Exzentriker

2009 Juni 18
by Kaspar

derexzentriker

“Eccentricity is not, as dull people would have us believe, a form of madness. It is often a kind of innocent pride”

Edith Sitwell (1887-1964)

Zu Besuch beim Prekariat

2009 Juni 17

Ich kannte die Sendung Frauentausch auf RTL II bisher noch nicht. Nach folgendem Clip bin ich mir sicher, dass ich sie mir auch zukünftig nicht anschauen werde:

Zum gleichen Thema auch noch folgender weltklasse Satz aus “Vom Fachmann für Kenner” :

“Beim Reality-Fernsehen wundert man sich ja eigentlich über fast nichts mehr. Als aber neulich bei der Super Nanny eine Prekariatsmutter ihren Halbwüchsigen als »Hurensohn« beschimpfte, war ich doch beeindruckt.” [via Titanic]

Holy Crap!!!!

[Nachtrag: Moin Benjamin Nickel. Danke für Deine Verlinkung. Ich wusste gar nicht, dass wir eine so ähnliches Mindset haben. Ich lese zwar regelmäßig Deine Posts. In diesem Sache muss es sich aber um einen "Zwei-Dumme-Ein-Gedanke-Fall" handeln, da ich seit knapp zwei Wochen nicht mehr bei Dir reingeschaut habe und völlig unabhängig von Dir auf den "Kenner"-Kommentar und das Frauentausch-Video gestoßen bin. Ein Eintrag in meine Blogroll ist übrigens längst überfällig und wird gleich vorgenommen. Gruß,k]

Bilder aus Teheran

2009 Juni 15

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3iranelections3

Hier bei The Big Picture.

Warnung: Für einige der Bilder braucht es starke Nerven.

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WICHTIG: Als unabhängige Nachrichtenquellen empfehle ich tehranbureau.com (bzw. http://thr.contralaguerra.org). Die Seite wird von staatlicher iranischer Seite ständig gehackt. Die Betreiber schaffen es aber trotzdem grundsätzlich einen “Redirect Link” zu legen.

Informationen aus Teheran außerdem auf Facebook hier. Auf Twitter @persiankiwi followen. Shooreshs Blog lesen: http://shooresh1917.blogspot.com/